Pfälzer Wald Flugrallye – Erfolg für Wormser Jugendliche
Beim Wort Rallye denkt man zunächst an Autos oder Motorräder. Eine Rallye mit dem Motor-Flugzeug ist daher schon etwas besonderes und wenn dann noch zwei Wormser Jugendliche auf Anhieb den Sprung auf das Siegerpodest schaffen wird es richtig spannend.
Doch von Anfang an: Seit Jahren veranstaltet der Flugsportverein Bad Dürkheim die „Pfälzer Wald – Flugrallye“. Hierbei handelt es sich um einen Navigationswettbewerb für Flugzeuge und deren Crews. Die Teilnehmer bekommen vor dem etwa einstündigen Flug eine Liste von aus der Luft erkennbaren Wegpunkten als Bildersammlung, allesamt über dem Pfälzer Wald. Daraus müssen die Crews eine Route mit Wendepunkten und Zeiten erstellen, so dass sie mit ihrem eigenen Flugzeug in der Lage sind diese exakt nach Ort und Zeit zu passieren. Sowohl die Flugplanung als auch der Flug selbst muss in bestimmten Zeitfenstern erfolgen. Außerdem sind erschwerend keine digitalen Hilfsmittel oder GPS-gestützte Navigationssysteme erlaubt. Kursdreieck und Landkarte waren angesagt – Back to the roots!
Die beiden Teilnehmer aus der Wormser Jugendgruppe des Luftsportvereins waren Silas van Acken und Erik Eberlein. Der 18-jährige Silas hat den Segelflug beim LSV Worms erlernt und hat seit kurzem auch die Lizenz zum Führen eines Ultraleichtflugzeugs. Erik ist erst 15 Jahre alt und beim LSV Worms derzeit mitten in der Ausbildung zum Segelflieger.

Bei der Planung des Flugs, so erzählen die beiden, hatten Sie länger als erwartet gebraucht und fast das Startfenster verpasst. Während des Fluges hat dann Silas als Pilot des vereinseigenen Ultraleichtflugzeugs die Navigation und Einhaltung der geplanten Route sichergestellt, während sich Erik eher auf das Auffinden der vorgegebenen Wegpunkte anhand der Bilder konzentriert hat. Hier war neben den fliegerischen Fähigkeiten also Teamwork gefragt.
Eine weitere Herausforderung erfolgte dann zum Schluss des Flugs: Der Bad Dürkheimer Flugplatz musste in einem Zeitintervall von plusminus 5 Sekunden zu einer bestimmten Zeit überflogen werden. Eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe wenn man mit 150 km/h unterwegs ist.
Obwohl bei den beiden bei ihrer ersten Teilnahme eher der olympische Gedanke im Vordergrund stand wurde der Einsatz, Mut und das Können der beiden Nachwuchspiloten mit dem 3. Platz bei 9 Teilnehmern belohnt. Das war viel mehr als erwartet.
Für die zwei Nachwuchspiloten ist klar, dass sie auch beim nächsten Mal wieder dabei sein wollen. Evtl. ja vielleicht sogar mit weiteren Teams des LSV Worms.
Der Erfolg erscheint zusätzlich bemerkenswert wenn man die derzeitige Lage am Wormser Flugplatz kennt. Durch verschiedene Versäumnisse und die Haltung der Flugplatz GmbH ist derzeit kein Segelflug und auch keine Segelflugausbildung dort möglich. Das dadurch die Nachwuchsförderung im Flugsport bei Jugendlichen leidet ist leider nicht zu vermeiden.
Text: Andreas Wüst, Bilder: Silas van Acken und Karl-Heinz Offenhäuser

